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Genesis P50943C© NASA

Allgemeines

Nation:  USA
Besatzung:  Unbemannte Mission
Dauer:  drei Jahre
Ziele:  Erforschung des Sonnenwindes und Probennahme vom Lagrange-Punkt L1

 

Flugdaten

Startdatum:  8. August 2001
Startplatz:  Cape Canaveral
Trägerrakete:  Delta-II
Masse:  494 kg
Bahndaten:  siehe unten
Missionsende:  Oktober 2004

 

Nutzlast

Unter anderem befanden sich auf dem Satelliten:

  • Genesis Plasma Spectrometers: Untersuchung des Sonnenwindes auf geeignete Proben, bestehend aus Genesis Ion Monitor (GIM) und Genesis Electron Monitor (GEM)
  • Genesis Sample Collection Arrays and Return Capsule: drei Kollektorarrays zur Aufnahme von Sonnenwind-Teilchen

 

Ergebnisse

Einfangen und Rückführen der Sonnenwindproben war erfolgreich, allerdings versagte der Fallschirm der Kapsel beim Wiedereintritt und die Kapsel schlug hart auf und wurde beschädigt. Es konnten aber dennoch Teilchen des Sonnenwindes eindeutig isoliert und untersucht werden. Mit ihrer Hilfe gelang der Nachweis, dass die Sonne wie auch die Gasplaneten eine deutliche andere Isotopenverteilung aufweist als die inneren Planeten.

 

Informationen im WWW

 

Bemerkungen

keine

 

Flugbahn und Aufbau der Sonde (Startkonfiguration)

 genesis trajectoryb© NASA

Genesis LaunchConfwithwords© NASA

 

GRAIL© NASA/JPL-Caltech/MIT

Allgemeines

Nation:  USA
Besatzung:  Unbemannte Mission aus zwei Sonden
Dauer:  464 Tage, neun Monate am Mond
Ziele:  genaue Vermessung des lunaren Schwerefeldes und der Schwereanomalien, um daraus auf den inneren Aufbau des Mondes schließen zu können

 

Flugdaten

Startdatum:  10. September 2011
Startplatz:  Cape Canaveral
Trägerrakete:  Delta 7920H-10C
Masse:  jeweils 307 kg (ohne Treibstoff)
Bahndaten:  Siehe unten.
Missionsende:  17. Dezember 2012 mit dem kontrollierten Absturz in der Nordpolregion

 

Nutzlast

Unter anderem befinden sich auf den Satelliten:

  • Lunar Gravity Ranging System (LGRS): kontinuierliche Messung der gegenseitigen Distanz mittels elektromagnetischer Wellen im Ka-Band, ermöglicht Analyse von Unregelmäßigkeiten im Schwerefeld
  • E/PO MoonKam: jeweils 5 einzelne Kameras, die Bilder von der Mondoberfläche, der Erde und den Sonden selbst übermitteln

 

Ergebnisse

Das Gravitationsfeld des Mondes wurde in bisher unerreichter Genauigkeit kartiert.

 

Informationen im WWW

 

Bemerkungen

Nach dem Start der GRAIL-Sonden erfolgte eine dreieinhalbmonatige Transferphase über den Lagrange-Punkt L1 des Erde-Sonne-Systems zum Mond, um die erforderliche Geschwindigkeitsänderung klein zu halten und die sehr niedrige Mondumlaufbahn von nur etwa 50 Kilometer Höhe möglichst exakt zu erreichen.


Die Sonden umliefen die Mond in dieser Höhe in einem Abstand von etwa 175 bis 225 km in 113 Minuten. Die eigentliche Wissenschaftsmission hatte eine Dauer von 82 Tagen und wurde um drei Monate verlängert. Danach erfolgte eine mehrtägige Außerdienststellungsphase und letztendlich der Aufschlag auf dem Mond.

 

Flugbahn und Funktionsweise der Sonden

 GRAIL trajectory© NASA (GRAIL Launch Press Kit)

GRAIL Funktionsweise PIA12009© NASA/JPL

 

DLR Mascot2018 01 00333© DLR

Allgemeines

Nation:  Japan
Besatzung:  Unbemannte Mission
Dauer:  sechs Jahre
Ziele:  Erkundung und Probennahme vom erdnahen Asteroiden Ryugu sowie deren Rückführung, Absetzen des Landers MASCOT

 

Flugdaten

Startdatum:  03. Dezember 2014
Startplatz:  Tanegashima Space Center
Trägerrakete:  H-IIA 202
Masse:  590 kg
Bahndaten:  siehe unten
Missionsende:  Ende Primärmission 5. Dezember 2020, Verlängerung bis 2031

 

Nutzlast

Auf dem Orbiter befinden sich unter anderem:

  • Asteroid Multi-band Imaging Camera (AMICA): Multispektrale Kamera für Kartierung des Asteroiden und die optische Navigation
  • Near Infrared Spectrometer (NIRS): Spektrometer im nahen Infrarot zur Bestimmung der Mineralogie und der physikalischen Eigenschaften des Asteroiden
  • Light Detection and Ranging Instrument (LIDAR): Bestimmung der Topographie des Asteroiden Impactor
  • MASCOT Asteroidenlander
  • 3 MINERVA-II Rover

 

Auf dem Lander MASCOT befinden sich unter anderem:

  • Infrarotspektrometer
  • Magnetometer
  • Weitwinkelkamera
  • Radiometer

 

Ergebnisse

Die Minerva-II-Rover 1A und 1B wurden am 21. September 2018 ausgesetzt. Beide Rover landeten erfolgreich und lieferten Daten von der Oberfläche. Am 3. Oktober 2018 landete MASCOT erfolgreich auf dem Asteroiden Ryugu und war mehr als 17 Stunden aktiv. Eine erste Probennahme erfolgte am 21. Februar 2019. Die zweite Probennahme fand am 11. Juli 2019 statt. Der Minerva-II-Rover 2 wurde am 3. Oktober 2019 ausgesetzt. Am 13. November 2019 begann der Rückflug zur Erde, die die Sonde am 5. Dezember 2020 erreichte. Die Probenkapsel wurde ausgesetzt und landete unbeschadet Woomera, Australien, wo sie umgehend geborgen wurde. Die Sonde zündete erneut ihre Triebwerke und ist nun unterwegs zu dem Asteroiden 1998 KY26, den sie im Juli 2031 erreichen soll. Auf dem Weg dorthin soll sie im Rahmen der Extended Mission im Juli 2027 am Asteroiden 2001 CC21 vorbeifliegen.

 

Informationen im WWW

 

Bemerkungen

(keine)

 

Flugbahn und Aufbau der Sonde

 hayabusa2 trajectory from earth to asteroid ryugu© DLR

Hayabusa 2 SC© JAXA

Mascot© DLR/CNES

jaxas original hayabusa spacecraft© JAXA

Allgemeines

Nation:  Japan
Besatzung:  Unbemannte Mission
Dauer:  sieben Jahre
Ziele:  Erkundung und Probennahme vom erdnahen Asteroid 25143 Itokawa sowie deren Rückführung, Absetzen des Landers Minerva

 

Flugdaten

Startdatum:  09.05.2003
Startplatz:  Uchinoura Space Center
Trägerrakete:  M-V
Masse:  510 kg
Bahndaten:  heliozentrischer Orbit
Missionsende:  Ankunft der Proben auf der Erde am 13. Juni 2010, Sonde im Winterschlaf

 

Nutzlast

Auf dem Orbiter befinden sich unter anderem:

  • Asteroid Multi-band Imaging Camera (AMICA): Kamera für Kartierung des Asteroiden und die optische Navigation
  • Near Infrared Spectrometer (NIRS): Spektrometer im nahen Infrarot zur Bestimmung der Mineralogie und der physikalischen Eigenschaften des Asteroiden
  • X-Ray Fluorescence Spectrometer (XRS): Bestimmung der elementaren Zusammensetzung der Oberfläche
  • Light Detection and Ranging Instrument (LIDAR): Bestimmung der Topographie des Asteroiden

 

Ergebnisse

Der Asteroid Itokawa wurde kartiert und festgestellt, das Einschlagkrater völlig fehlen, einige Gebiete sind von Regolith und Felsbrocken bedeckt, andere liegen frei. Die mittlere Dichte liegt unter der von kompakten Silikatgestein und deutet darauf hin, dass es sich bei Itokawa um einen nur von der Gravitation zusammengehaltenen Schutthaufen (engl. rubble pile) handelt.


Der Rückkehrbehälter enthielt eine Anzahl kleiner Partikel von Itokawa.

 

Informationen im WWW

 

Bemerkungen

Nach dem Start am 9.Mai 2003 geriet die Sonne Ende 2003 in starke Sonnenwinde, die die Sonnenkollektoren beschädigten und zu einem geringeren Schub der Ionentriebwerke führten. Das hatte eine Verlängerung der Flugzeit um drei Monate zur Folge. Hayabusa erreichte den Asteroiden Itokawa am 12. September 2005. Die Sonde befand sich nun in einer Umlaufbahn, die nahezu gleich mit der von Itokawa war. Am 12. November wirde die Landesonde Minerva ausgesetzt, ging allerdings im All verloren. Insgesamt gab es drei Versuche der Annäherung und der Probennahme, die vierte Landung und Probennahme war dann erfolgreich. Nach einigen Kommunikationsschwierigkeiten trat die Sonde Ende April 2007 den Rückweg zur Erde an. Trotz zahlreicher Ausfälle konnte die Sonde zur Erde zurückgeführt und die Wiedereintrittskapsel am 13. Juni 2010 abgetrennt werden.

 

Flugbahn und Aufbau der Sonde

 Hayabusa orbit© JAXA

hayabusa slide return sc© JAXA/ISAS

hiten main© ISAS/JAXA

Allgemeines

Nation:  Japan
Besatzung:  Unbemannte Mission
Dauer:  26 Monate
Ziele:  Mond-Vorbeiflug und Orbiter

 

Flugdaten

Startdatum:  24. Januar 1990
Startplatz:  M-3SII-5
Trägerrakete:  Uchinoura Space Center, Japan
Masse:  143 kg (ohne Treibstoff)
Bahndaten:  Perigäum 262 km, Apogäum 28.600 km, Inklination 31°, Periode: 6,7 Tage, Orbittyp: doppelter Mond-Swingby
Missionsende:  10. April 1993, Aufschlag auf dem Mond bei 34,3° S und 55,6° O

 

Nutzlast

Es wurde ein kleiner Satellit namens Hagoromo mitgeführt, der am Mond freigesetzt wurde und in einen Mondorbit eintreten sollte. "Hagoromo" hatte keine wissenschaftlichen Experimente an Bord. Einziges Experiment auf Hiten: Munich Dust Counter (MDC), der Daten über die Staubumgebung zwischen Erde und Mond lieferte.

 

Ergebnisse

Die Mission wurde aus japanischer Sicht als im großen und ganzen als Erfolg gewertet, obwohl der Transponder der Sonde bereits im Februar 1990 versagte und die Kommunikation mit "Hagoromo" nicht möglich war.

 

Informationen im WWW

 

Bemerkungen

Hiten war konzipiert als Satellit im Erdorbit zum Test und zur Verifikation von Technologien für zukünftige Mond- und Planetenmissionen. Hiten wurde in einem sehr elliptischen Oribt um die Erde plaziert, auf der der Mond zehmal während der gesamten Mission passiert wurde. Beim ersten nahen Vorbeiflug am Mond wurde der Minisatellit "Hagoromo" ausgesetzt, der in eine Umlaufbahn um den Mond eintreten sollte. Der Kontakt ging allerdings verloren und es konnte nicht verifiziert werden, ob der Satellit wirklich in die Umlaufbahn gelant ist. Nach neuartigen Flyby-Manövern wurde Hiten auf eine Umlaufbahn um den Mond und zum Abschluss der Mission gezielt zum Absturz gebracht.